Mutter-  und Vatertag


Wie ich bereits erwähnte, gibt es scheinbar keinen schlimmeren Feind für die Deutschen, als Spontanität. Allein beim Schreiben dieses Wortes wurden meine Augen glasig, meine Finger taub und ich übergab mich auf die Tastatur.

Nichts in dieser Welt ist härter getaktet als die Freizeitaktivitäten des gemeinen Deutschen in der Blüte seiner Existenz (zwischen 55 und 92)

Alles was nicht in einem Kalender oder Filofax steht, erscheint als nicht existent oder wirft einen Menschen dieser Nation so aus der Bahn, dass es als menschenrechtsverletzend geahndet werden könnte.

So in etwa verhält es sich mit dem Muttertag und seinem peinlichen Trotzverhalten der männ­lichen Riege, dem Vatertag.

Und wie so viele Feste, ist auch dieser Tag von den Amerikanern übernommen worden. Dieser wurde bereits im 19 Jahrundert erfunden und dann 1914 als Mother’s Day jeden zweiten Sonntag im Mai zelebriert. Er soll an die Leistungen der Mütter (ursprünglich der Frau) gedenken.

Heute scheint es für den Deutschen eher so, dass ihm in Erinnerung geführt werden soll und muss, dass es eine Mutter gibt. Sowas kann man auch schon mal leicht vergessen. Wenn man den ganzen Tag damit beschäftigt ist, die Welt zu belehren und mit seinen oder ihren fest mit Hypothesen untermauerten Behauptungen zu fluten.

Ja es gibt eine Mutter. Auch 364 weitere Tage in diesem Jahr, aber da nervt sie eher mit ihren Erziehungsmaßnahmen und „guten Ratschlägen“

An Muttertag hingegen, da muss dann schonmal die Floristenkasse klingeln.

Ähnlich wie bei Valentinstag sollte auch dieser Termin fest terminiert sein und nicht vergessen werden.

Kurz darauf findet dann auch noch ein weiterer Tag statt, von dem ich fest überzeugt bin, dass dieser eine typische Trotzreaktion von vernachlässigten Männern ist. Der Vatertag. Eigentlich nur ein weiterer Grund, den Bollerwagen aus dem Keller zu holen und sich zu betrinken. Und da der Großteil der Saufwilligen nicht einmal Väter sind, nennt man ihn zudem auch Herrentag und fertig ist Lack.

Ich denke, es ist an der Zeit, für jede deutsche Festivität, die einen direkten Bezug zu Alkoholkonsum hat (und das sind bekanntermaßen nahezu alle) das passende ethanolhaltige Getränk am Ende des Textes mit anzufügen, damit es nicht zu Situations-unüblichen Fehlbestellungen kommt. Dies kann den klassichen deutschen Achim zu Ausgrenzung und Beleidungen des „Fehlgeleiteten“ animieren.

Getränk des Tages (Muttertag): Prosecco, Hugo

Getränk des Tages (Vater- bzw Herrentag): Bier

 

Wohl bekomms!


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